Das schwarze Tantra
Unter schwarzem Tantra sind alle magischen Praktiken des Tantra einzureihen.
Die Sexualmagie dient zur Machtansammlung und Ausübung, nicht nur des einzelnen, sondern oft einer ganzen Gruppe.
Die Treffen und Rituale sowie deren Inhalte sind geheim.
Körperliche Gewalt oder Gewaltanwendung spielt oft eine herausragende Rolle, wie Durchhaltekraft bei körperlicher Pein.
Der Tabubruch und Verlust des gesellschaftlichen Ansehens dient zur Gruppenzugehörigkeit und Treue gegenüber einem oft übermächtig erscheinenden Meister.
Die starke Hierarchie erlaubt oft nur dem Meister sexuelle Praktiken und nahezu immer im Ranggefälle.
So genannte Beschwörungsrituale sollen die eigene sexuelle Kraft zu einem nur dem eigenen Vorteil dienenden Zweck erreichen lassen.
Persönliche Erniedrigung spielt dabei oft eine zentrale Rolle.
Häufig sammeln sich die Schüler in einem geheimen Orden, verschleiern ihre Zugehörigkeit, oft sogar die Existenz des Ordens.
Beim schwarzen Tantra wird angenommen, dass eine dem Einzelnen nicht zugängliche, überpersonale Macht reale Existenz und Wirklichkeit bekommt.
Magische Fähigkeiten wie Hellsehen, Telekinese, Posthypnose und Suggestion werden praktiziert oder imaginiert.
In den Einzelnen schlüpft ein fremder Geist oder eine fremde Macht oder dient als Kanal für diese.
Außersinnliche Wahrnehmungen gelten als magische Praxis oder Beweis für die Existenz transpersonaler Mächte oder Personen.
Grundsätze des Schwarzen Tantra sind:
- Der Körper wird geopfert
- Die Sexualität wird von den Schülern passiv erlitten und vom Meister ausgeübt
- Starke und scharf voneinander abgegrenzte Rangfolgen mit Vorrechten und Pflichten
- Die Liturgie ist umgekehrt der sonst üblichen ethischen Werte
- Die Treffen sind streng geheim
- Die Ziele der Rituale sind undurchsichtig
- Eine persönliche Entfaltung wird stark eingeschränkt
- Die sexuellen Praktiken sind zum Teil aggressiv
- Kasteiung, Folter und Kadavergehorsam gelten als Prüfungen
- Alles ist streng geheim
- Die Ikonografie ist mystisch


